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Belarus: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand - 17.10.2018
(Unverändert gültig seit: 02.08.2018)

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität
Die Kriminalitätsrate in Belarus ist niedrig. Reisende sollten dennoch an öffentlichen Orten die übliche Vorsicht vor Taschendiebstahl und in den Städten vor Diebstählen aus Fahrzeugen walten lassen, besonders nach Einbruch der Dunkelheit und im Zugverkehr, wie im Schlafwagen zwischen Warschau und Moskau.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in einem Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Besondere Verhaltenshinweise
Reisende nach Belarus sollten in ihrem eigenen Interesse strikt alle dort geltenden Gesetze und Vorschriften einhalten, siehe Besondere strafrechtliche Vorschriften.

Reisen von der und in die Russische Föderation
Im Reiseverkehr ist es an der Grenze zur Russischen Föderation seit Herbst 2016 zu Zurückweisungen von Reisenden aus Drittstaaten gekommen, da die dortigen Grenzübergänge rechtlich nur für die Nutzung von russischen und belarussischen Staatsangehörigen zugelassen sind. Dies hat auch Auswirkungen auf Flug- und Bahnreisen über Belarus in die Russische Föderation und umgekehrt.
Die Nutzung des Fernzugverkehrs (Strecke Berlin-Moskau) ist nach Mitteilung des Russischen Verkehrsministeriums möglich, sofern die Reisenden im Besitz von gültigen Visa für die Russische Föderation und die Republik Belarus sind.
Um Zurückweisungen und mögliche Bußgelder an den russischen Grenzstellen zu vermeiden, wird jedoch weiterhin empfohlen, nicht auf dem Landweg über Belarus in die Russische Föderation und umgekehrt zu reisen.
Seit Mai 2017 können Drittausländer mit gültigem russischen und belarussischen Visum vom Flughafen Minsk über acht Flughäfen (alle vier Moskauer Flughäfen, St. Petersburg, Kaliningrad, Krasnodar und Sotschi) in die Russische Föderation ein- bzw. in die Gegenrichtung wieder ausreisen. Es wird empfohlen, bei Reisen von Belarus in die Russische Föderation und umgekehrt keine anderen als diese acht genannten Flughäfen zu nutzen.
Reisende, die über Belarus in die Russische Föderation reisen wollen, sollten sich unbedingt mit den Einreisebestimmungen für die Russische Föderation vertraut machen, siehe auch Reise- und Sicherheitshinweise für die Russische Föderation.
Reisende aus Deutschland, die über die Russische Föderation nach Belarus reisen, benötigen auch für den Transit ein russisches Visum. Zudem wird ein belarussisches Visum benötigt, auch wenn bei Einreise nach Belarus aus der Russischen Föderation aufgrund der größtenteils fehlenden Grenzkontrollen ein nicht vorhandenes Visum zunächst unbemerkt bleiben kann, siehe auch unten zu Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige. Bei Einreise ohne Visum ist mit einem Bußgeld zu rechnen.
Bei Flugreisen von oder nach Belarus über die Russische Föderation wird empfohlen, sich bei der jeweiligen Fluggesellschaft vorab zu erkundigen, ob das Reisegepäck unter Umständen nicht bis nach Minsk, sondern nur bis zum russischen Zielflughafen durchgecheckt werden kann.

Reisen über Land/Straßenverkehr
Aufgrund unzureichender notärztlicher Versorgung und hoher Unfallgefahr empfiehlt sich eine besonders vorsichtige Fahrweise. Von nächtlichen Autofahrten über Land wird wegen teilweiser schlechter Straßenverhältnisse abgeraten. Die Promillegrenze liegt unter 0,3.
Der Aufenthalt in militärischen Sperrgebieten, oft in Grenznähe gelegen, ist nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt. Reisende sollten sich in Zweifelsfällen z. B. bei ihrem Gastgeber erkundigen. Die Genehmigung kann seit dem 1. März 2018 über das Unified Portal of e-Services (NAIS) beantragt werden.

Führerschein
Personen, die sich nur kurz in Belarus aufhalten oder aber einen befristeten Aufenthaltstitel von bis zu einem Jahr haben, dürfen mit einem gültigen, nationalen Führerschein fahren, dem eine notariell beglaubigte Übersetzung in Russisch oder Belarussisch beigefügt ist. Der deutsche internationale Führerschein berechtigt nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs in Belarus.
Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in Belarus haben, sind nach Ablauf von 90 Tagen ab Ausstellung eines belarussischen Passes bzw. eines unbefristeten Aufenthaltstitels verpflichtet, einen belarussischen Führerschein zu beantragen.

Ein- und Ausreise mit Pkw
Bei der Ein- und Ausreise mit dem Pkw über, aus und nach Polen bzw. Litauen kann es zu sehr langen Wartezeiten an der Grenze kommen. Aktuelle Informationen zur Situation an der Grenze und „Priority Entry Passes“ für bestimmte Personengruppen sind bei dem State Border Committee of the Republic of Belarus erhältlich. Bei Problemen an der Grenze kann man unter einer zentralen Hotline-Nummer bei den belarussischen Grenztruppen in Minsk anrufen (+375-17 328 5406, russischsprachig).
Für Fahrzeuge wird eine entsprechende Versicherung benötigt, die für die Republik Belarus gilt, entweder mittels grüner Versicherungskarte, die für Belarus (BY) gültig ist oder einer Frontier Insurance Policy, die in der Regel auch an der Grenze erhältlich ist. Vergehen werden mit einer Geldstrafe geahndet.
Seit dem 1. Januar 2018 kann ein durch einen Drittausländer privat eingeführtes Fahrzeug während des Aufenthaltes in Belarus auch durch einen anderen Drittausländer privat gefahren werden. Eine Vollmacht bzw. Anmeldung bei der Zollbehörde wird nicht benötigt. Fahrzeuge, die durch einen Staatsangehörigen der Eurasischen Wirtschaftsunion (Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Russische Föderation) vorübergehend eingeführt werden, dürfen auch durch den Ehegatten, die Eltern und Kinder gefahren werden. Bei Doppelstaatern (Staatsangehörige der Wirtschaftsunion, die z.B. auch deutsche Staatsangehörige sind) ist die Staatsangehörigkeit maßgeblich, die bei der Einreise angegeben wurde.
Es wird dringend darauf hingewiesen, dass bei Reisen durch die Wirtschaftsunion auf die Dauer der durch den Zoll erteilten Genehmigung zu achten ist; die für die Strecke insgesamt benötigte Fahrtzeit muss abgedeckt sein. Vergehen werden streng geahndet und können mit einer Konfiszierung des Fahrzeuges und/oder Strafzahlung enden.

Straßenbenutzungsgebühr
In Belarus besteht auf vielen Überlandstraßen Mautpflicht. Die Ausschilderung der mautpflichtigen Strecken ist nicht immer eindeutig. Informationen sollten bereits vor Reiseantritt vom System der elektronischen Mauterhebung in der Republik Belarus abgerufen werden.
Die Bezahlung der Maut erfolgt ausschließlich elektronisch durch ein Gerät, das vor der Straßenbenutzung im Fahrzeug installiert werden muss (sog. On-Board-Unit, OBU). Die OBU können jeweils bei der Einfuhr des Fahrzeugs in die Republik Belarus an Tankstellen kurz hinter den einschlägigen Grenzübergängen und nur für das eigene Kfz angemietet werden. Dazu ist sind ein Registrierungsprozess und der Abschluss eines Vertrags notwendig. Es kam in der Vergangenheit immer wieder vor, dass die OBU nicht einwandfrei funktionierte und dann trotz des vorhandenen Geräts hohe Strafzahlungen fällig wurden. Nähere Informationen, auch zur Zahlungsweise, erteilt das System der elektronischen Mauterhebung in der Republik Belarus.
Es wird darauf hingewiesen, dass es zu Schwierigkeiten bei der Ausreise kommen kann, falls festgestellt wird, dass die Maut nicht bezahlt wurde. Das betroffene Fahrzeug wird durch die belarussischen Grenzbehörden bis zur Bezahlung festgehalten.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Belarussische Rubel (BYN). Die Versorgung mit Geld ist durch Bankautomaten flächendeckend gewährleistet. Akzeptiert werden grundsätzlich Visa, Mastercard, Union-Pay und American Express. Bank-Karten dagegen können in Belarus nur eingeschränkt genutzt werden.

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.
Die Arztkosten müssen auch bei Vorliegen einer Krankenversicherung unmittelbar vor Ort beglichen werden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise für deutsche Staatsangehörige, die keine weiteren Staatsangehörigkeiten besitzen, ist mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen mindestens bis drei Monate nach dem geplanten Ausreisedatum, in begründeten Ausnahmefällen bis zum Ablauf der Gültigkeit des belarussischen Visums, gültig sein.
Bei schon älteren Kinderreisepässen/Reisepässen für Kinder bzw. Fotos, die eine eindeutige Identifizierung nicht mehr zulassen, wird empfohlen, vor Reiseantritt einen neuen Pass zu beantragen.

Visum
Für Belarus besteht eine grundsätzliche Visumpflicht.
Aktuelle Informationen, auch zu den für eine Einreise notwendigen Dokumenten wie z.B. Pass und finanzielle Nachweise, sind bei der belarussischen Botschaft in Berlin, beim Außenministerium der Republik Belarus oder bei den belarussischen Grenzbehörden erhältlich.

Für visumpflichtige Personen ist ein Visum rechtzeitig vor Reiseantritt bei der zuständigen belarussischen Auslandsvertretung zu beantragen. Darüber hinaus besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Ausstellung eines Visums bei der Einreise am Flughafen, sofern die Einreise nicht auf dem Luftweg aus der Russischen Föderation erfolgt (s.o.). In der Regel ist hier mindestens zwei Tage vor Reiseantritt eine Registrierung durch die einladende Person oder Organisation bei der Konsularabteilung des belarussischen Außenministeriums erforderlich. Genaue Informationen hierzu erteilt die Konsularabteilung des belarussischen Außenministeriums.

Seit dem 27. Juli 2018 ist für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen eine visumsfreie Einreise nach Belarus über den Flughafen Minsk möglich. Diese Regelung gilt für Staatsangehörige von 74 Staaten, darunter Deutschland und alle Staaten der Europäischen Union.
Die Ausreise muss spätestens am 30. Kalendertag ab mitgezähltem Datum der Einreise erfolgen. Reisende müssen über den Grenzübergang “Internationaler Flughafen Minsk” ein- und ausreisen und neben einem gültigen Reisedokument über Zahlungsmittel in Auslands- oder Nationalwährung in einer Höhe von mindestens zwei Basiswerten pro Aufenthaltstag (derzeit ca. 21 Euro pro Tag) und einen Nachweis einer in Belarus gültigen Reisekrankenversicherung mit der Versicherungssumme von mind. 10.000,- Euro verfügen.
Bei Aufenthalten von mehr als fünf Kalendertagen ist eine Registrierung notwendig (s.u.). Eine visumsfreie Einreise kann beliebig oft erfolgen, jedoch beträgt die maximale Aufenthaltsdauer in Belarus 90 Tage im Kalenderjahr.

Die Regelung zur visumfreien Einreise gilt nicht:
- für Transitreisende,
- für Personen, die aus der Russischen Föderation nach Minsk oder von Minsk in die Russische Föderation reisen und
- für offizielle Reisen: Inhaber von diplomatischen, dienstlichen und anderen speziellen Pässen. 
Eine visumfreie Einreise nach Belarus und anschließende Weiterreise in die Russische Föderation führt regelmäßig zu Einreisesperren für Belarus. Zur Einreise in die Russische Föderation, siehe unter Reisen von der und in die Russische Föderation.

Für Reisende, die den Nationalpark „Belovezhskaya Pushcha“ oder den Park „Awgustow Canal“ und die daran angrenzenden Gebiete inkl. der Städte Grodno und nun auch Brest besuchen wollen, ist grundsätzlich kein Visum nötig. Stattdessen kann bei einer hierzu berechtigten belarussischen Reiseagentur eine entsprechende Erlaubnis beantragt werden. Seit dem 1. Januar 2018 ist dies für die Dauer von bis zu zehn Tagen möglich. Eine Weiterreise in andere belarussische Gebiete ist mit dieser Bescheinigung nicht gestattet. Nähere Informationen, auch zu den berechtigten Reiseagenturen, sind bei der belarussischen Botschaft in Berlin oder unter GrodnoVisaFree.by bzw. Tour.Brest.by erhältlich.

Registrierung
Von allen Ausländern und Staatenlosen, die sich länger als fünf Kalendertage in Belarus aufhalten, wird eine Registrierung bei der Abteilung für Staatsangehörigkeits- und Migrationsangelegenheiten (OGIM) verlangt. Sonn- und belarussische Feiertage werden hierbei nicht mitgezählt. In der Regel wird die Registrierung von dem Hotel, in dem der Reisende untergebracht ist, vorgenommen. Bei Privatunterkunft muss der Reisende die Registrierung innerhalb von fünf Kalendertagen selbst vornehmen. Hierzu werden in der Regel benötigt:
-    Pass
-    Krankenversicherung
-    Antrag der einladenden Organisation mit Stempel und Unterschrift (gilt nicht für Privatbesuche)
-    zwei bei der Ausländerbehörde auszufüllende Formulare
-    Bankbescheinigung über die Einzahlung der zu entrichtenden Gebühren 
Die Registrierung kann üblicherweise innerhalb eines Tages erledigt werden. Montags ist keine Registrierung möglich, da die zuständigen Behörden dann grundsätzlich landesweit geschlossen sind.

Krankenversicherungspflicht
Bei Reisen nach Belarus besteht für Ausländer Krankenversicherungspflicht. Eine den belarussischen Vorgaben entsprechende Krankenversicherung ist grundsätzlich bereits bei Beantragung des Visums nachzuweisen. Informationen dazu können auf der Webseite der belarussischen Botschaft in Berlin abgerufen werden. Bei Bedarf kann eine belarussische Pflichtkrankenversicherung grundsätzlich auch bei Einreise an den Grenzübergängen abgeschlossen werden. Es kam in der Vergangenheit allerdings vereinzelt vor, dass an kleineren Grenzübergängen keine Pflichtkrankenversicherung abgeschlossen werden und eine Einreise nicht erfolgen konnte. Es wird empfohlen, eine russischsprachige Übersetzung bzw. eine englischsprachige Police mitzuführen.
Der Versicherungsbeitrag für eine belarussische Pflichtkrankenversicherung beläuft sich für einen Aufenthalt von ein bis zwei Tagen auf ca. 2,- Euro pro Aufenthaltstag und erhöht sich in der Folge nach einem Staffelungsschema. 

Doppelstaater
Personen mit belarussischer Staatsangehörigkeit müssen zur Einreise nach und zum Aufenthalt in Belarus im Besitz eines gültigen belarussischen Passes sein. Das gilt auch für Personen, die neben der belarussischen noch (eine) andere Staatsangehörigkeit(en) besitzen (Doppelstaater). Hierzu können insbesondere gehören: Kinder aus gemischt-nationalen Ehen oder Lebensgemeinschaften, auch dann, wenn sie nicht in Belarus geboren wurden; Spätaussiedler, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Aufnahme im Bundesgebiet erworben haben und Personen, die unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit in den deutschen Staatsverband eingebürgert worden sind. Es wird diesem Personenkreis dringend geraten, sich rechtzeitig vor Reisebeginn bei der Botschaft der Republik Belarus in Berlin, dem Generalkonsulat in München oder der belarussischen Passbehörde am Geburts- oder Meldeort genau und verbindlich nach dem möglichen Besitz der belarussischen Staatsangehörigkeit zu erkundigen.

Auch Personen, bei denen der Besitz der belarussischen Staatsangehörigkeit erst nach Einreise in das Staatsgebiet festgestellt wird, können erfahrungsgemäß erst nach Erhalt eines belarussischen Passes bzw. nach der Entlassung aus der belarussischen Staatsangehörigkeit das Land verlassen.

Für die Ausreise aus Belarus und die Einreise nach Belarus gelten für Minderjährige, die auch die belarussische Staatsangehörigkeit haben, seit dem 30. März 2010 veränderte Vorschriften. Danach wird in der Regel keine Zustimmungserklärung des anderen Sorgeberechtigten gefordert, wenn Minderjährige gemeinsam mit einem sorgeberechtigten Elternteil reisen. Es wird jedoch dringend angeraten, die notariell beglaubigte und mit Apostille versehene Einverständniserklärung beider Elternteile mit sich zu führen, um den Ausreisebehörden schnell und zweifelsfrei deutlich machen zu können, dass die Reise mit dem Einverständnis beider Elternteile erfolgt. Falls die Reise mit einem Elternteil erfolgt und die Namensführung unterschiedlich ist, wird empfohlen, eine mit Apostille versehene Geburtsurkunde mit beglaubigter Übersetzung ins Russische mitzuführen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder dem Generalkonsulat Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Zollfrei dürfen Waren mit einem Zollwert von 1.500,- Euro (bei Einreise mit dem Flugzeug 10.000,- Euro) und einem Gesamtgewicht von 50 kg eingeführt werden, einschließlich drei Litern Alkoholgetränke und Bier pro Person, im Alter ab 18 Jahren, und 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak bzw. o. g. Tabakerzeugnisse mit einem Gesamtgewicht von 250 Gramm.

Zollfrei erfolgt die zeitlich begrenzte Einfuhr u.a. folgender gebrauchter Waren für den eigenen Bedarf, die nicht veräußert werden dürfen und die wieder ausgeführt werden müssen:
Schmuck (eine für die Aufenthaltsdauer angemessene Menge), jeweils eine Foto,- Video,- Kinokamera und Zubehör, ein DVD-Player mit Zubehör, zwei Mobiltelefone mit Zubehör, ein Notebook, Musikinstrumente, Kinderwagen, Kindersitz, Rollstuhl, Zubehör für Sport, Tourismus und Jagd, tragbare Dialysegeräte und ähnliche medizinisch notwendige Geräte mit Zubehör.

Zollpflichtig dürfen eingeführt werden:
Waren für den eigenen Gebrauch (ausgenommen: Alkoholgetränke, Tabak und Tabakerzeugnisse, Schmuck, Fahrzeuge und Ersatzteile dazu), deren Zollwert über 1.500,- Euro und/oder Gesamtgewicht über 50 kg liegt.
Die Zollgebühr beträgt 30% des Zollwertes, jedoch mindestens 4,- Euro pro 1 kg Übergewicht und/oder 30% des Wertüberschusses.
Bei Äthylspiritus bis zu fünf Litern beträgt die Zollgebühr 22,- Euro pro Liter, bei Alkoholgetränken und Bier von drei bis zu fünf Litern 10,- Euro pro Liter Überschuss.

Für Reisende auf dem Landweg gilt seit April 2016: Reist man mehr als einmal innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten nach Belarus, können nur noch 20 kg Gepäck im Wert von 300,- Euro zollfrei eingeführt werden. Bei größeren Mengen werden eine Zollgebühr, Mehrwertsteuer (20%) und eine Gebühr für die Zollabfertigung veranschlagt.

Arzneimittel, die Drogen bzw. psychotrope Substanzen enthalten dürfen nur mit Verschreibung und Übersetzung ins Russische oder Belarussische für den Eigenbedarf und maximal eine Woche (Narkotika) bzw. in einer Menge von bis zu 90 Dosen (psychotrope Substanzen) eingeführt werden, Medizin im Allgemeinen nur in begrenztem Umfang. Nähere Informationen, auch zu nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, sind beim belarussischen Gesundheitsministerium zu finden, ausführliche Informationen zu Zollfreigrenzen und die für den Zoll benötigten Unterlagen erteilt der belarussische Zoll. Vergehen im Bereich der Medikamenteneinfuhr, insbesondere der Einfuhr von Drogen bzw. psychotropischen Substanzen, werden streng geahndet und können zu einer Inhaftierung führen.

Detaillierte Informationen, auch zu bestehenden Ausnahmeregelungen und zu Regelungen Personen betreffend, die zur ständigen Wohnsitznahme einreisen, sind ebenfalls beim belarussischen Zoll zu finden.

Es wird darauf hingewiesen, dass die belarussischen Zollbehörden selbst bei kleinsten Verstößen gegen die geltenden Vorschriften sehr harte Strafen bis hin zu mehrjährigen Haftstrafen beantragen. Eine Konfiszierung der betreffenden Gegenstände, unabhängig von ihrem Wert, erfolgt bei Verstößen in jedem Fall. Hierzu zählen auch die Bestimmungen über die erforderlichen Zolldokumente, die mit größtmöglicher Sorgfalt ausgefüllt werden sollten.

Auch Fahrzeuge, Maschinen und hochwertige Konsumgüter können von Beschlagnahmungen betroffen sein. Eine besonders strikte Kontrolle der Einhaltung geltender Vorschriften ist bei der vorübergehenden Einfuhr und dem Transit von Waren (insbesondere Fahrzeugen aller Art) zu beobachten. Erfahrungsgemäß wird eine vom Zoll veranlasste Konfiszierung unmittelbar anschließend gerichtlich bestätigt.

Speditionen sollten – selbst wenn es sich nur um einen Transit des belarussischen Staatsgebiets handelt – genau auf Richtigkeit und Vollständigkeit aller dem Zoll vorzulegenden Unterlagen achten. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass Fahrer ohne belarussische oder russische Staatsangehörigkeit Belarus im Transit nur über international zugelassene Grenzübergänge (Lettland, Litauen, Polen, Ukraine) passieren dürfen, d.h. nicht über diejenigen von der bzw. in die Russische Föderation.

Weder die Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin noch die deutsche Botschaft in Minsk können im Fall von Konfiszierungen auf administrative Zollverfahren oder auf gerichtliche Verfahren Einfluss nehmen. Es wird in solchen Fällen dringend geraten, sich sofort anwaltlich vertreten zu lassen. Auf der Internetseite der Deutschen Botschaft Minsk ist eine Liste dort bekannter Rechtsanwälte eingestellt.

Devisenein- und -ausfuhr (Bargeld, Reisechecks)
Beträge in Höhe von über 10.000,- US-Dollar müssen deklariert werden. Geringere Beträge können auf Wunsch ebenfalls schriftlich deklariert werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft und den Behörden Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App „Zoll und Reise“ finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Rechtsvorschriften und Strafmaß entsprechen häufig nicht den Regelungen in den Staaten der Europäischen Union. Dies gilt insbesondere für Rauschgift- und Sexualdelikte, für die oft mehrjährige Haftstrafen verhängt werden - auch für die Einfuhr geringer Mengen Drogen für den Eigenbedarf. Medikamente unterliegen ebenso besonderen Einfuhrbestimmungen; eine Missachtung kann auch hier eine Haftstrafe nach sich ziehen.

Alkohol im Straßenverkehr ist strafbar und kann den sofortigen Entzug des Führerscheines für drei Jahre sowie eine hohe Geldstrafe oder eine Einreisesperre nach sich ziehen. Im Wiederholungsfall drohen die Konfiskation des Fahrzeugs und eine strafrechtliche Verfolgung. Während der Durchführung des entsprechenden gerichtlichen Verfahrens kann eine Ausreisesperre verhängt werden.

Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Rauchen in der Öffentlichkeit ist mit Ausnahme designierter Zonen nicht gestattet. Die in Basiseinheiten berechnete Strafe kann derzeit bis zu 80,- Euro betragen.

Medizinische Hinweise

Impfschutz
Für die Einreise gibt es keine Impfvorschriften im internationalen Reiseverkehr.
Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de)
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR) Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und FSME empfohlen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Landesweit besteht ein Risiko in den Monaten April bis Oktober. Bei absehbarem Risiko werden Zeckenschutz und Impfung empfohlen.
Infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl wurden Gebiete besonders in den südöstlichen Landesteilen stark radioaktiv belastet. Ein Aufenthalt in dieser Region ist nach Auskunft des Bundesamts für Strahlenschutz inzwischen unbedenklich. Aus Vorsorgegründen sollte jedoch der Genuss von Pilzen, Beeren, Süßwasserfischen und Wild aus diesen Regionen vermieden werden.

Leitungswasser sollte nicht getrunken werden.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung entspricht oft nicht westeuropäischem Standard. Die medizinische Versorgung außerhalb der großen Städte ist meist unzureichend, die rasche und zuverlässige Versorgung von Verletzten oder schwer Erkrankten (Transport, Erste-Hilfe) nicht immer gewährleistet. Nur wenige Ärzte und Krankenschwestern sprechen mitteleuropäische Fremdsprachen. Eine Reiseapotheke ist insbesondere für Reisen außerhalb von Minsk wichtig. Regelmäßig einzunehmende Medikamente sollten in ausreichender Menge aus Deutschland mitgebracht werden. Siehe dazu auch weitere Informationen im Kapitel „Besondere Zollvorschriften“.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen und Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt/ Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht unverändert fort.

Seit September 2014 drohen insbesondere die Terrororganisationen „Al Qaida“ und „Islamischer Staat“ (IS) mit Anschlägen gegen verschiedene Länder und deren Staatsangehörige. Es kam zu einer Reihe von Angriffen mit Schusswaffen, Sprengstoffanschlägen sowie Entführungen und Geiselnahmen.

Auch wenn konkrete Hinweise auf eine Gefährdung deutscher Interessen im Ausland derzeit nicht vorliegen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch deutsche Staatsangehörige oder deutsche Einrichtungen im Ausland Ziel terroristischer Gewaltakte werden.

Als mögliche Anschlagsziele kommen besonders Orte mit Symbolcharakter in Frage. Dazu gehören bekannte Sehenswürdigkeiten, Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insbesondere Flugzeuge, Bahnen, Schiffe, Busse), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen.

Der Grad der terroristischen Bedrohung unterscheidet sich von Land zu Land. Eine Anschlagsgefahr besteht insbesondere in Ländern und Regionen, in denen bereits wiederholt Anschläge verübt wurden oder mangels effektiver Sicherheitsvorkehrungen vergleichsweise leicht verübt werden können, oder in denen Terroristen über Rückhalt in der lokalen Bevölkerung verfügen.

Genauere Informationen über die Terrorgefahr finden sich in den länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen. Diese werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Die Gefahr, Opfer eines Anschlages zu werden, ist im Vergleich zu anderen Risiken, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, wie Unfällen, Erkrankungen oder gewöhnlicher Kriminalität, nach wie vor vergleichsweise gering. Dennoch sollten Reisende sich der Gefährdung bewusst sein.

Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden nachdrücklich ein sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten. Reisende sollten sich vor und während einer Reise sorgfältig über die Verhältnisse in ihrem Reiseland informieren, sich situationsangemessen verhalten, die örtlichen Medien verfolgen und verdächtige Vorgänge (zum Beispiel unbeaufsichtigte Gepäckstücke in Flughäfen oder Bahnhöfen, verdächtiges Verhalten von Personen) den örtlichen Polizei- oder Sicherheitsbehörden melden.

Deutschen Staats­ange­höri­gen wird empfohlen sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslands­aufenthalts in die Krisen­vor­sorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen:
Krisenvorsorgeliste

Bitte klären Sie mit Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung, ob für Ihre Auslandsreise ein adäquater Krankenversicherungsschutz besteht, der auch die Kosten für einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt.

Ohne ausreichenden Versicherungsschutz sind vor Ort notwendige Kosten (z.B. Behandlungs- bzw. Krankenhauskosten, Heimflug) grundsätzlich vom Betroffenen selbst zu tragen und können schnell alle Ihre Ersparnisse aufzehren.

Es ist in vielen Ländern üblich, dass die von Ärzten bzw. Krankenhäusern in Rechnung gestellten Kosten noch vor der Entlassung zu begleichen oder gar vorzustrecken sind. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Arzt/das Krankenhaus eine Ausreiseverweigerung für den Patienten erwirkt, wenn die Rechnung nicht beglichen wird.

Informationen zu Infektions- und Tropenkrankheiten:

Merkblätter zu häufigen Infektions- und Tropenkrankheiten zum Download

Viele Reiseandenken unterliegen strengen Einfuhrregeln. Informieren Sie sich rechtzeitig!

Bitte informieren Sie sich bereits vor Antritt Ihrer Reise darüber, welche Reiseandenken aus Artenschutzgründen nicht eingeführt werden dürfen. Nicht wenige Touristen erleben bei ihrer Rückkehr eine böse Überraschung, wenn das Erinnerungsstück vom Zoll beschlagnahmt wird oder sogar Strafen folgen. Auch wenn ein exotisches Souvenir noch so sehr durch seine Besonderheit und Einzigartigkeit beeindruckt - viele Tier- und Pflanzenarten, aus denen derartige Souvenirs hergestellt werden, sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Diese Souvenirs unterliegen strengen Einfuhrbestimmungen.

Bitte tragen Sie nicht zum illegalen und schädlichen Handel mit wild lebenden Tieren und Pflanzen bei. Naturschutzorganisationen sowie Umwelt- und Zollbehörden raten dazu, kein Risiko einzugehen und grundsätzlich auf Mitbringsel zu verzichten, die aus Tieren oder Pflanzen gefertigt wurden. Sie empfehlen stattdessen landestypische Textilien, Keramik, Metall- und Glasarbeiten oder Malereien zu erwerben. Grundsätzlich sollten Sie beim Kauf von Tier- und Pflanzenprodukten Vorsicht walten lassen, wenn Sie deren Herkunft nicht nachvollziehen können. So fügen Sie der Tier- und Pflanzenwelt Ihres Ferienlandes keinen Schaden zu.

Bitte beachten Sie auch unsere Fragen und Antworten zum Thema „Sicherheitshinweise“

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