Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft

30.10.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Wirtschaftslage

Nach der Talfahrt der belarussischen Wirtschaft in 2015 und 2016 wuchs das belarussische BIP in 2017 um 1,7 Prozent (IWF-Schätzung).  Zur positiven BIP-Entwicklung trug zum einen eine fortgesetzte makro-ökonomische Stabilitätspolitik, zum anderen wesentlich die anziehende Konjunktur in Russland bei – dem für Belarus mit ca. 45 Prozent aller belarussischen Exporte wichtigsten Absatzmarkt. Diese konjunkturellen Faktoren sind jedoch unzureichend für nachhaltiges Wachstum. Die Schwäche der belarussischen Wirtschaft ist durch eine geringe internationale Konkurrenzfähigkeit, geringe Arbeitsproduktivität, mangelnde Exportdiversifizierung  und die erhebliche Export- und Importabhängigkeit von Russland bedingt. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur langfristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; wesentliche Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind jedoch weiterhin nicht erkennbar. 
Die Durchschnittslöhne sind zu Jahresende 2017 auf durchschnittlich 429 USD angestiegen. Die Inflationsrate liegt mit derzeit 6,4 Prozent auf dem seit vielen Jahren niedrigsten Niveau. 
Im Juni 2016 war ein neuer Fünfjahresplan der wirtschaftlich-sozialen Entwicklung 2016-2020 beschlossen worden, der bis Ende 2020 ein BIP-Wachstum von 12-15 % und einen Rückgang der Inflationsrate auf 5 % vorsieht.
Für 2018 sieht der Staatshaushalt Einnahmen von über 10,11 Mrd. USD (+7,8 Prozent) sowie Ausgaben über 9,75 Mrd. USD (-7 Prozent) und damit einen positiven Haushaltssaldo von 734 Mio. USD vor. Die staatlichen Auslandsschulden zu Jahresbeginn 2018 lagen bei 37,5 Mrd. USD; das entspricht ca. 57 Prozent des belarussischen BIP.
Die Hoffnungen von Belarus mit der seit Beginn 2015 in Kraft getretenen Eurasischen Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt. Eine Vielzahl von den Handel behindernden Sonder- und Ausnahmeregelungen besteht fort. Die Einschränkungen im EaWU-Handel haben sich über die einseitigen russischen Sanktionen gegen UKR, die Ukraine und die Türkei  sogar noch verschärft.

Bilateraler Handel

Russland blieb 2017 mit einem Anteil von etwa 51% am Außenhandel der wichtigste Handelspartner von Belarus, dahinter folgten die Ukraine (7,5%), China (5%) und Deutschland (4,5%). Der Warenaustausch mit Deutschland betrug zuletzt, im Zeitraum Januar bis September 2017, gut 2 Mrd. USD.
Nachdem der bilaterale Handel im letzten Jahr stark geschrumpft war, wuchs er im Jahr 2017 leicht. In der ersten Jahreshälfte 2017 stiegen die belarussischen Exporte in die EU um 11,6 Prozent auf 3,62 Mrd. USD, Importe aus der EU stiegen um 16,1 Prozent auf 2,96 Mrd. USD. Im Handel mit Deutschland beliefen sich die belarussischen Exporte auf 428,2 Mio. USD (+17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und die Importe aus Deutschland auf 596,5 Mio. USD (+28 Prozent). 
Belarus exportiert nach Deutschland vor allem Mineralprodukte, Metalle und deren Erzeugnisse, Produkte chemischer und damit verbundener Industriezweige, Holz und Holzerzeugnisse; Importe aus Deutschland sind im Wesentlichen Maschinen und Geräte, Transportmittel, Produkte chemischer und damit verbundener Industriezweige, Kunststoffe und Kunststofferzeugnisse.
Trotz z.T. schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen und administrativer Rahmenbedingungen sind derzeit ca. 310 deutsche Unternehmen in Belarus aktiv, davon ca. 90 mit Repräsentanzen.
Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering, es ist eine seit Jahren abnehmende Investitionsbereitschaft auch deutscher Unternehmen zu beobachten. Indes besteht auf beiden Seiten der Wille zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

nach oben